Allergologische Leistungen

 
 

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Allergietest:

Eine Allergietestung wird durchgeführt bei Verdacht auf eine allergische Erkrankung. Es gibt verschiedene Typen von allergischen Erkrankungen. Die geläufigsten sind die Soforttypallergie (Typ-I-Allergie, Beispiele: Heuschnupfen, allergisches Asthma) und Allergien vom verzögerten Typ (z.B. Typ-IV-Allergie, Beispiel: Kontaktallergie). Hauttestungen für Kontaktallergien wie z.B. Nickel oder Chrom führt in der Regel der Hautarzt durch.

 

 

Pricktest:

Wir führen bei Verdacht auf eine Soforttypallergie durch Inhalationsallergene einen Pricktest durch.  Die häufigsten Inhalationsallergene sind Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare. Der Pricktest ist je nach Kooperation ab einem Alter von ca. 6 Jahren durchführbar. Der Patient muss 30 Minuten stillsitzen, nachdem die Testsubstanzen in Tropfenform auf die Streckseiten beider Unterarme aufgebracht wurden. Der Test ist positiv (auffällig), wenn die Testsubstanz zu einer Quaddelbildung geführt hat.

  

 

Messung der E-Immunglobuline (IgE) im Blut

Bei Kindern unter 6 Jahren und spezifischen Fragestellungen können Antikörper der Soforttypallergie (Immunglobulin E, IgE) im Blut untersucht werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern mit Neurodermitis wird diese Untersuchung häufig durchgeführt, um IgE-verursachte Nahrungsmittelallergien auszuschließen. Meist ist in diesem Alter trotz Hauterkrankung dieser Test jedoch unauffällig, was auf einen anderen Allergiemechanismus als die Soforttypallergie hinweist. In diesem Fall hilft dann meist nur das Weglassen und schrittweises Zulassen verschiedener Nahrungsmittel in der Diagnostik weiter.

 

 

Hyposensibilisierung

Manche IgE-vermittelten Allergien können ursächlich behandelt werden. In aufsteigenden Dosierungen kann man dem Körper die allergieauslösende Substanz wie z.B. Pollen oder Hausstaubmilben zuführen, um die allergische Reaktion allmählich in eine Toleranz zu überführen. Voraussetzungen für eine Hyposensibilisierung sind eine nachgewiesene Soforttypallergie mit belegtem Zusammenhang zwischen Sensibilisierung (positiver Allergietest) und den Beschwerden. Die Langzeitwirkung ist vor allem im Kindesalter sehr gut belegt. Der Therapieerfolg ist umso größer, je weniger Strukturschäden aufgrund der allergischen Erkrankung bereits eingetreten sind (Beispiel: Umbau der Lunge beim Asthma bronchiale). Wenn diverse Allergien gleichzeitig bestehen, ist eine Hyposensibilisierung nicht aussichtsreich, da nur wenige Allergieauslöser (Allergene) für die Therapie gemischt werden sollten. Die Allergene werden in der Steigerungsphase (je nach Präparat 4 - 12 Wochen), danach monatlich unter die Haut gespritzt. Die Behandlung dauert mindestens 3 Jahre. Als Nebenwirkung treten häufig Lokalreaktionen (Rötung, Schwellung) im Sinne einer schwachen allergischen Reaktion auf. Selten (< 1: 1000) kann diese allergische Reaktion auch schwerer sein mit Beteiligung des Kreislaufes und der Atemwege. Für diesen Fall muss die Praxis entsprechend ausgerüstet sein. Um eine solche Reaktion sofort behandeln zu können, muss der Patient nach jeder Injektion 30 min in der Praxis bleiben. Eine Hyposensibilisierung erfordert die zuverlässige und ausdauernde Mitarbeit des Patienten. Mittlerweile sind auch Hyposensibilisierungen zum Einnehmen verfügbar (sublinguale Immuntherapie= SLIT). Ob die Langzeiterfolge der SLIT mit denen der subkutanen Hyposensibilisierung vergleichbar sind, ist für das Kindesalter noch nicht belegt. 

 

 

Asthma bronchiale und Lungenfunktion:

Eine häufige Manifestation von Soforttypallergien im Kinderalter ist das Asthma bronchiale. Diese Erkrankung ist durch eine chronische Überempfindlichkeit der Bronchien mit bronchialen Entzündungsreaktionen gekennzeichnet. Schleimbildung, Schleimhautschwellung und eine Verkrampfung der bronchialen Muskulatur führen zu einer Verengung der Bronchien und damit zu einer Behinderung der Ausatmung. Je nach Schweregrad wird diese chronische Erkrankung bedarfsweise oder dauerhaft mit Inhalationen und anderen Medikamenten therapiert. Den Therapieerfolg bewerten wir anhand der Beschwerdehäufigkeit und -sobald altersabhängig möglich- anhand von Lungenfunktionsmessungen. Eine Lungenfunktion (Spirometrie) ist etwa ab einem Alter von 6 Jahren durchführbar.

Ein einfacher täglicher Lungenfunktionstest ist mit einem Peak-Flow-Meter daheim möglich. Dieses kleine Plastik-Gerät misst mit einer einfachen Mechanik den maximalen Ausatemstrom (Spitzenfluss = Peak-Flow), welcher bei einer Verengung der Bronchien, z.B.  beim Asthmaanfall vermindert ist.

 

Nebenbemerkung: Bei Säuglingen und Kleinkindern treten nicht selten im Rahmen von Atemwegsinfektionen Verengungen der Atemwege mit pfeifender Atmung auf, die eine ähnliche Therapie wie das o.g. Asthma bronchiale erfordern (auch als obstruktive oder spastische Bronchitis bezeichnet). Ursache sind hier jedoch zumeist die physiologisch engen Atemwege, welche beim (Virus)infekt durch Schleim und Schleimhautschwellung derart eingeengt werden, dass der Atemwegswiderstand stark erhöht und die Atmung massiv erschwert wird. Liegt in dieser Altersgruppe keine allergische Belastung (und keine Passivrauchbelastung!) vor, haben die Kinder gute Chancen, diese obstruktiven Episoden bis spätestens zum Schulalter zu verlieren.

 

 

Asthmaschulung und DMP Asthma

Asthmatiker und ihre Familien müssen nach der Diagnosestellung viel über das Krankheitsbild, über die Auslöser, Medikamente, Notfallmaßnahmen, Tricks beim Sport etc. lernen. Zu diesem Zweck wurden Patientenschulungsprogramme entwickelt. Die Krankenkassen bieten für die häufigsten chronischen Erkrankungen sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) an, an denen die Patienten möglichst teilnehmen sollten. Die Vorteile für den Patienten bestehen in einer strukturierten, meist vierteljährlichen Untersuchung mit Dokumentation von Beschwerden, Lungenfunktion und Medikamenten mit entsprechenden Therapieanpassungen. Die Kosten der Teilnahme an einer Patientenschulung werden im Rahmen des DMP Asthma unproblematisch von der Kasse übernommen. Eine Patientenschulung findet meist ambulant in spezialisierten Zentren statt, die Sie über Ihre Krankenkasse erfragen können. Die Teilnahme an einer Schulung ist sehr empfehlenswert.