Impfungen

 
 

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Der Impfkalender wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) erarbeitet. Der Impfkalender erfasst im Kindesalter die

Standardimpfungen zum Schutz vor:

 

 

 

Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, werden vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet.

Folgende Kombinationen bieten sich für die Standardimpfungen an:

 

  • 6fach-Impfung: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hämophilus, Hepatitis B
  • Maser-Mumps-Röteln-Windpocken
  • Auffrischungen: Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-(Kinderlähmung)

 

 

Ein bewährtes Impfschema zur Grundimmunisierung (Stand 2015):

 

  • U4 (3. Monat):                                                           erste 6fach + erste Pneumokokken + Rotaviren
  • Nach 4-6 Wochen:                                                     zweite 6fach + (zweite Pneumokokken)* + Rotaviren
  • U5 (6. Monat):                                                           dritte 6fach + zweite/dritte Pneumokokken + Rotaviren
  • U6 (12. Monat):                                                         erste Masern-Mumps-Röteln-Windpocken
  • Nach 4-6 Wochen:                                                     Meningokokken C
  • Nach 4-6 Wochen:                                                     vierte 6fach + dritte/vierte Pneumokokken
  • Nach 4-6 Wochen, spätestens zur U7 (24 Monate):      zweite Masern-Mumps-Röteln-Windpocken

                                                                                          * Änderung 2015: Entfällt bei Reifgeborenen (ab 37+0 Schwangerschaftswochen)

 

Auffrischungen im Kindesalter:

  • 5 - 6 Jahre:                                                             Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten        
  • 9 - 17 Jahre:                                                            Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kinderlähmung

 

                                               

Mädchen 9-17 Jahre:       9 - 13 Jahre 2x HPV-Impfung (Gebärmutterhalskrebs)
  14 - 17 Jahre 3x HPV-Impfung

 

Ungeimpfte und nicht immune Kinder sollten gegen Windpocken geimpft werden.

 

Ab 18 Jahre:                                                                       alle 10 Jahre Tetanus-Diphthrie - Keuchhusten

                                                                                     

 

Ab 60 Jahre:                                                                       alle 6 Jahre Pneumokokken

                                                                                         jährlich Grippeschutz

 

Stand: 2015

 

 

 

Seit 2006: Meningokokken-C-Impfung im zweiten Lebensjahr

 

In Deutschland erkranken jährlich 700 bis 800 Menschen an einer Meningokokken-Infektion. Meningokokken verursachen

Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis). Typisch ist ein sehr rascher Krankheitsverlauf mit hohem

Fieber, Erbrechen, starken Kopfschmerzen und Nackenschmerzen oft aus völliger Gesundheit heraus. Auch Krämpfe und

Lähmungen können auftreten. Hautblutungen sind Hinweise auf einen schweren Krankheitsverlauf. Auch eine zügig

begonnene Behandlung kann einen fatalen Ausgang nicht immer verhindern. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

Von den 13 verschiedenen Meningokokken-Serogruppen ist die Gruppe B mit 65 bis 70% und Gruppe C mit 20 bis 30% in

Deutschland am häufigsten vertreten. Die zwei Altersgipfel für die Meningokokken-C-Fälle in Deutschland liegen zwischen

ein und vier sowie zwischen fünfzehn und neunzehn Jahren. Während es erst seit Kurzem eine Impfung gegen die B-Serotypen gibt,

ist eine Impfung gegen die Meningokokken der Serogruppe C seit vielen Jahren verfügbar. Sie wird seit 2006 von der Ständigen Impfkommission

(STIKO) für Kinder im zweiten Lebensjahr empfohlen.

 

Die Meningokokkenimpfung der Serogruppe B ist ab dem 3. Lebensmonat zugelassen und als Privatleistung erhältlich. Die Kosten werden von einigen Kassen erstattet.

 

 

 

Vorbeugung des Gebärmutterhals-Krebs

 

Impfung gegen das Humane Papilloma Virus für 9-17-jährige von der STIKO empfohlen

 

Nach dem Brustkrebs ist der Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen (15-44 Jahre) die zweithäufigste krebsbedingte

Todesursache. Bereits 1976 wurde vermutet, dass der Gebärmutterhalskrebs durch humane Papillomaviren (HPV)

verursacht wird. HPV wird durch Sexualkontakte übertragen. Etwa 70% der sexuell aktiven Menschen kommen im Laufe

ihres Lebens mit den Viren in Kontakt. Bei der Mehrheit der infizierten Frauen (70-90%) ist nach 1-2 Jahren keine Virus-DNA

mehr nachweisbar. Gelingt die Elimination des Virus jedoch nicht, kann das Virus schwere Zellveränderungen verursachen,

aus denen am Gebärmutterhals Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses entstehen können.

 

Die STIKO (Ständige Impfkommission in Deutschland) empfiehlt die Impfung für Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren.

Die HPV-Impfung junger Mädchen wird unter anderem von den Gesundheitsbehörden in Deutschland, Frankreich, Italien,

Belgien, Österreich, Schweiz, Norwegen, USA, Australien und  Kanada empfohlen.Wichtig ist die Impfung vor dem HPV-Kontakt.

Bereits infizierte Personen können nicht geschützt werden. Eine Impfung gegen die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 schützt

nicht gegen Infektionen mit anderen HPV-Stämmen, weshalb die Früherkennungsuntersuchungen zum Gebärmutterhalskrebs

unverändert in Anspruch genommen werden sollte.

 

Impfung gegen Rotaviren

 

Rotaviren verursachen Magen-Darm-Infektionen. Bis zum 3. Lebensjahr haben 90% der Kinder eine Rotavirus-Infektion durchgemacht.

Wiederinfektionen oder Infektionen mit anderen Serotypen des Virus sind möglich, verlaufen meist jedoch leichter. In Deutschland

erkranken jährlich etwa 500.000 Kinder an dieser ansteckenden Erkrankung. Besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren

Personen erfordern Durchfall, Fieber und Erbrechen nicht selten eine stationäre Infusionstherapie. In Deutschland sind 2 Impfstoffe

gegen Rotaviren zugelassen, die 90% der Krankenhauseinweisungen wegen einer Rotavirus-Infektion verhindern können. Die Impfung

kann als Schluckimpfung zwischen der 6. und 24. bzw. 26 Lebenswoche verabreicht werden – je nach Impfstoff in 2 bzw. 3 Dosen.

Sie kann parallel zu den in diesem Alter üblichen 6fach- und Pneumokokken-Impfungen durchgeführt werden. Die

Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit August 2013 empfohlen.

 

Stand: 2015

 

Mehr Informationen

http://www.kindergesundheit-info.de/schutzimpfungen.0.html